ERKRANKUNGSZUNAHME DER DIABETES
  
 
  
Weltweit ist eine Zunahme der Erkrankungshäufigkeit des Diabetes mellitus zu beobachten. Auch in Deutschland steigt besonders die Zahl der Typ-2-Diabetiker, was in erster Linie mit der Zunahme der Adipositas in der Bevölkerung und der gesteigerten Lebenserwartung der Diabetiker zusammenhängt.       
Wurde aufgrund von epidemiologischen Studien ein Gesamtdiabetikeranteil von 4-5% in Deutschland bestimmt, so ist man heute der Meinung, dass aufgrund der vielen unerkannten Fälle des lange asymptomatisch verlaufenden Typ-2-Diabetes in Wirklichkeit von fast doppelt so vielen Betroffenen ausgegangen werden muss.
  
Studien, in denen repräsentative Stichproben der deutschen Bevölkerung mit verschiedenen Methoden auf Diabetes getestet wurden, belegen dieses Ergebnis mit einem aufgedeckten Diabetikeranteil von um die 8%.
Der Anteil der Patienten mit Typ 1-Diabetes wird gegenwärtig auf mindestens 5% bis 7% geschätzt. Neuere Untersuchungen zur Verbreitung des verzögerten Typ 1-Diabetes im Erwachsenenalter (LADA) legen allerdings nahe, dass der
autoimmun bedingte Insulinmangeldiabetes im Erwachsenenalter deutlich häufiger vorkommt als bisher angenommen und möglicherweise sogar für 10% bis 15% aller Erkrankungsfälle im mittleren und höheren Lebensalter verantwortlich ist.
 
Während vom Typ-1-Diabetes Frauen und Männer etwa gleich häufig betroffen sind, verhält sich das Geschlechterverhältnis beim Typ-2-Diabetes komplizierter. So sind zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr mehr Männer betroffen als Frauen, ab dem 60. Lebensjahr kehrt sich das Verhältnis jedoch um.